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8 Min. LesezeitAktualisiert am 6. Oktober 20266 Kurse im Vergleich
Auf dieser Seite · 9 Abschnitte8 Min. Lesezeit
  1. 01Was macht ein Heilpraktiker oder eine Heilpraktikerin?
  2. 02Brauchen Sie eine Erlaubnis, Lizenz oder Prüfung?
  3. 03Schritt für Schritt: So werden Sie Heilpraktiker
  4. 04Dauer und Kosten
  5. 05Förderung: Bildungsgutschein, Aufstiegs-BAföG und Co.
  6. 06Anbieter im Überblick
  7. 07Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
  8. 08Die besten Kurse im Vergleich
  9. 09Häufige Fragen

Eine Heilpraktiker-Ausbildung eignet sich für eine gründliche Vorbereitung neben dem Beruf: ILS sieht 20 Monate vor, Impulse 30 Monate mit zehn Seminaren. Für einen schnellen Berufseinstieg ist dieser Weg ungeeignet, denn selbst ein erfolgreich abgeschlossener Lehrgang ersetzt weder die Überprüfung beim Gesundheitsamt noch die behördliche Erlaubnis. Die drei bezifferten Angebote dieser Auswahl kosten zwischen 2.340 € und 4.621 €; dazu können insbesondere Behördengebühren und Reisekosten kommen, Stand: Oktober 2026.

Was macht ein Heilpraktiker oder eine Heilpraktikerin?

Heilpraktiker führen Anamnesegespräche, untersuchen Menschen, planen Behandlungen und dokumentieren deren Verlauf. Der BERUFENET-Steckbrief der Bundesagentur für Arbeit nennt daneben organisatorische Aufgaben und eigene Praxen als mögliche Arbeitsorte. Die schulische Ausbildung ist intern geregelt; deshalb unterscheiden sich Lehrpläne und Ausbildungsdauer von Schule zu Schule.

Die Verantwortung im Umgang mit erkrankten Menschen reicht weit über ein persönliches Interesse an Gesundheitsthemen hinaus. Medizinische Zusammenhänge, die Grenzen der eigenen Tätigkeit und sachliche Gespräche gehören zu diesem Berufsbild. Ein Vorbereitungskurs muss deshalb mehr leisten, als einzelne Behandlungsmethoden vorzustellen: Für die behördliche Überprüfung zählen medizinische Grundlagen, Patientensicherheit und rechtliche Kenntnisse.

Eine Einführung in Naturheilverfahren, wie sie etwa Impulse anbietet, verfolgt einen anderen Zweck als die Vorbereitung auf diese Überprüfung. Dass eine Methode im Lehrplan steht, belegt nicht ihre Wirksamkeit. Wer vor allem eine bestimmte Behandlungsmethode kennenlernen möchte, sollte diesen Wunsch daher vom Ziel der Heilpraktikererlaubnis unterscheiden.

Brauchen Sie eine Erlaubnis, Lizenz oder Prüfung?

Ohne ärztliche Zulassung benötigen Sie für die Ausübung der Heilkunde eine Erlaubnis nach § 1 Heilpraktikergesetz. Weder das Zeugnis einer Heilpraktikerschule noch ein abgeschlossener Fernlehrgang berechtigt für sich genommen zur heilkundlichen Tätigkeit. Die Schule bereitet Sie vor; über die Erlaubnis entscheidet die zuständige Behörde.

Die persönlichen Voraussetzungen stehen in § 2 der ersten Durchführungsverordnung. Dazu gehören ein Mindestalter von 25 Jahren, der dort bezeichnete Schulabschluss sowie Zuverlässigkeit und gesundheitliche Eignung. Welche Nachweise die Behörde dafür benötigt und wie sie Ihren Schulabschluss einordnet, ist vor der Kursbuchung zu klären. Die Zugangsvoraussetzungen einer Schule beantworten diese behördlichen Fragen nicht.

Mit der Überprüfung stellt das Gesundheitsamt fest, ob von Ihrer heilkundlichen Tätigkeit eine Gefahr für die Bevölkerung oder die Menschen ausgehen würde, die Sie aufsuchen. Sie dient damit der Gefahrenabwehr und ist keine staatliche Abschlussprüfung einer einheitlich geregelten Ausbildung. Schulzeugnis, Überprüfung und Erlaubnis haben jeweils eine andere Funktion.

Wie das Verfahren abläuft, erläutert beispielsweise das Gesundheitsamt Berlin Tempelhof-Schöneberg: Auf einen schriftlichen Teil folgt eine mündliche Überprüfung. Von den 60 Auswahlfragen der allgemeinen schriftlichen Überprüfung müssen 75 Prozent richtig beantwortet sein, damit die Zulassung zum mündlichen Teil erfolgt. Für Ihren Antrag gelten die Fristen, Nachweisanforderungen und Gebühren der jeweils zuständigen Stelle.

Die Berliner Behörde unterscheidet außerdem zwischen der allgemeinen Heilpraktikerüberprüfung und der auf Psychotherapie beschränkten Überprüfung. Ein Kurs für die beschränkte Erlaubnis deckt daher nicht automatisch die Vorbereitung auf die allgemeine Überprüfung ab. Bereits die genaue Kursbezeichnung muss zum angestrebten Tätigkeitsbereich passen.

Bei Fernunterricht ist zusätzlich die Zulassung des Lehrgangs von Bedeutung. Die ZFU erläutert ihre Aufgaben bei der Lehrgangszulassung und im Verbraucherschutz. Diese Zulassung betrifft den Kurs, nicht Ihre persönliche Berufserlaubnis; auch ein ZFU-zugelassener Lehrgang nimmt der Behörde ihre Entscheidung nicht ab.

Schritt für Schritt: So werden Sie Heilpraktiker

  1. Grundausbildung oder Prüfungstraining wählen. ILS und Impulse bieten länger angelegte Vorbereitungslehrgänge an. Das Prüfungstraining von Isolde Richter richtet sich dagegen an Menschen kurz vor der Überprüfung und setzt entsprechend auf die gezielte Vorbereitung in dieser letzten Phase.
  2. Die Erlaubnisvoraussetzungen abgleichen. Das Mindestalter von 25 Jahren und die weiteren behördlichen Anforderungen gelten unabhängig davon, wann eine Schule den Einstieg erlaubt. Klären Sie Schulnachweise, Antragsfristen und Zuständigkeit vor einer verbindlichen Buchung mit Ihrer Behörde.
  3. Den Lehrplan auf das Berufsziel beziehen. Für die allgemeine Heilpraktikerüberprüfung gehören medizinisches Wissen und rechtliche Grenzen zusammen. Anatomie, Krankheitslehre, Hygiene, Notfälle, Untersuchungsverfahren und Berufskunde sind daher die entscheidenden Vergleichspunkte, nicht die Zahl zusätzlich vorgestellter Behandlungsmethoden.
  4. Unterricht und Arbeitsalltag zusammenbringen. Bei ILS stehen etwa acht Wochenstunden über 20 Monate, bei Impulse zehn bis zwölf Wochenstunden über 30 Monate im Plan. Zu diesen Lernzeiten kommen die organisatorischen Anforderungen praktischer Termine; bei Impulse sind zehn Seminare vorgesehen, einige davon auch online.
  5. Das konkrete Angebot durchrechnen. Bei Laudius betrifft der genannte Aktionspreis die digitale Variante; Paracelsus unterscheidet mehrere Unterrichtsmodelle. Lassen Sie sich Kursvariante, Pflichtseminare und zusätzliche Gebühren vor Vertragsschluss schriftlich bestätigen und besprechen Sie eine benötigte Förderung vor dem Kursbeginn mit der zuständigen Stelle.
  6. Kursabschluss und Erlaubnisverfahren getrennt verfolgen. Impulse führt eine schulinterne Abschlussprüfung durch, ILS stellt ein eigenes Abschlusszeugnis aus. Die Unterlagen für das Gesundheitsamt und die dortige Überprüfung bleiben davon unabhängig; erst die erteilte Erlaubnis bestimmt, ob und in welchem Umfang Sie heilkundlich arbeiten dürfen.

Für den Vergleich von ILS, Impulse und einem ergänzenden Prüfungstraining zählt auch, wie die Schule fachliche Fehler mit Ihnen bespricht. Viele Lernmaterialien allein ersetzen keine Rückmeldung zu einer falschen medizinischen Begründung. Gerade mit Blick auf den mündlichen Teil der behördlichen Überprüfung ist diese Unterscheidung bedeutsam.

Dauer und Kosten

„Fernstudium“ beschreibt bei den hier vorgestellten Heilpraktikerangeboten die Lernform und bedeutet keinen Hochschulabschluss. Außerdem sind Kursdauer, wöchentlicher Aufwand und praktische Termine getrennt zu betrachten. Ein zeitlich begrenzter Zugang zu Prüfungsmaterialien lässt sich nicht mit einem vollständigen Vorbereitungslehrgang gleichsetzen.

ILS nennt 20 Monate mit ungefähr acht Stunden pro Woche, Impulse 30 Monate mit zehn bis zwölf Wochenstunden. Bei Laudius sind es 20 Monate und sieben Stunden wöchentlich. Diese Angaben beschreiben die Planung der Schulen; weder Ihre persönliche Prüfungsreife noch einen Termin beim Gesundheitsamt können die Anbieter daraus ableiten.

Drei Anbieter veröffentlichen für die hier ausgewählten Varianten konkrete Gebühren: Impulse, Laudius und Paracelsus. Die Spanne reicht von 2.340 € bis 4.621 €, Stand: Oktober 2026. Sie gilt nur für diese Auswahl; insbesondere bei Paracelsus ändern Unterrichtsmodell und Zusatzmodule den Preis.

Angebot und gewählte Variante Veröffentlichter Preis Einordnung
Impulse Heilpraktiker/in 78 € monatlich, insgesamt 2.340 € 30 Monate; zugehörige Wochenendseminare und schulinterne Überprüfung enthalten
Laudius Vorbereitung auf die amtsärztliche Überprüfung Digitale Variante: 20 Raten zu 126 €, zusammen 2.520 € Aktionspreis; Gebühren des Gesundheitsamts kommen hinzu
Paracelsus Heilpraktiker-Ausbildung 4.621 € bei Einmalzahlung Preisbeispiel für das 18-monatige Onlinestudium Plus mit Online-Lernmaterial und Prüfungscrashkurs

Die Preise stammen von den Kursseiten von Impulse, Laudius und Paracelsus. Laudius nennt daneben höhere Vergleichspreise und bietet auch gedruckte Unterlagen an. Bei Paracelsus dienen die veröffentlichten Beträge ausdrücklich zur Orientierung und können vom konkreten Angebot abweichen.

Auf der ILS-Kursseite sind Preisdetails erst nach Freischaltung zugänglich. Ohne den Gesamtbetrag lässt sich der Lehrgang preislich nicht verlässlich neben die drei bezifferten Angebote stellen. Zum persönlichen Budget gehören außerdem mögliche Fahrt- und Übernachtungskosten, behördliche Gebühren und gegebenenfalls zusätzlich gebuchte Prüfungsvorbereitung.

Förderung: Bildungsgutschein, Aufstiegs-BAföG und Co.

Die lange Dauer eines Heilpraktikerlehrgangs oder seine ZFU-Zulassung reicht für einen Bildungsgutschein nicht aus. Dafür müssen sowohl der Träger als auch die konkrete Weiterbildung für die Förderung zugelassen sein. Nach den Angaben der Bundesagentur für Arbeit entscheidet die Agentur für Arbeit anhand der persönlichen Voraussetzungen; seit 2025 übernimmt sie die finanzielle Unterstützung auch für Kundinnen und Kunden des Jobcenters.

Für einen geplanten Heilpraktikerlehrgang muss die Beratung gemäß § 81 SGB III vor Beginn der Teilnahme stattfinden. Erste Anlaufstelle ist die Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter. Ob das Berufsziel und ein bestimmter Kurs die Voraussetzungen erfüllen, bedarf einer individuellen Entscheidung; für die hier genannten Angebote lässt sich daraus keine Förderzusage ableiten.

Auch Aufstiegs-BAföG folgt eigenen Regeln. Die offiziellen Erläuterungen zum AFBG nennen die Vorbereitung auf öffentlich-rechtliche Fortbildungsprüfungen oder gleichwertige Abschlüsse. Die Heilpraktikerüberprüfung ist nicht schon deshalb eine solche Fortbildungsprüfung, weil sie bei einer Behörde stattfindet. Die vorgestellten Vorbereitungskurse begründen daher für sich genommen keinen Anspruch auf diesen Förderweg.

Als schulunabhängige Ergänzung bei der Weiterbildungssuche verweist die Bundesagentur auf „mein NOW“. Für die Finanzierung eines Heilpraktikerkurses bleibt bis zur verbindlichen Förderentscheidung der selbst zu zahlende Betrag maßgeblich. Das gilt auch dann, wenn eine Schule allgemein auf Fördermöglichkeiten hinweist.

Anbieter im Überblick

Die fünf Anbieter stehen in alphabetischer Reihenfolge. Die Auswahl reicht vom mehrmonatigen Grundlagenlehrgang bis zum ergänzenden Prüfungstraining; diese Angebote erfüllen unterschiedliche Zwecke. Wie wir Kosten, Lernform und Abschluss einordnen, erläutert unsere redaktionelle Arbeitsweise.

  • ILS: Der Heilpraktiker-Lehrgang bereitet über 20 Monate auf die amtsärztliche Überprüfung vor. Als schulischen Abschluss nennt die Kursseite ein ILS-Abschlusszeugnis.
  • Impulse e.V.: Im Fernstudium Heilpraktiker/in ergänzen zehn Seminare die Studienbriefe; einige Seminare finden auch online statt. Die schulinterne Abschlussprüfung ersetzt die behördliche Überprüfung nicht.
  • Isolde Richter: Das Heilpraktiker-Prüfungstraining richtet sich an Menschen kurz vor der Überprüfung. Laut Übersichtsseite können sie einzelne Webinarblöcke nach ihrem Vorbereitungsbedarf wählen.
  • Laudius: Die Vorbereitung auf die amtsärztliche Überprüfung verbindet medizinische Grundlagen mit praktischer Vorbereitung. Der Abschluss der Schule ist ein Laudius-Zeugnis.
  • Paracelsus: Die Heilpraktiker-Ausbildung lässt sich in unterschiedlichen zeitlichen Modellen absolvieren. Unterrichtsumfang und Preis hängen von der gewählten Variante ab.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Ein Schulzeugnis für die Berufserlaubnis halten. ILS und Laudius stellen eigene Zeugnisse aus; Impulse sieht eine schulinterne Prüfung vor. Keiner dieser Schritte ersetzt das Erlaubnisverfahren. Prüfen Sie deshalb vor der Buchung, welches Dokument die Schule ausstellt und welche behördlichen Schritte anschließend noch fehlen.

Nur Auswahlfragen trainieren. Beim Berliner Verfahren folgt auf den schriftlichen Teil eine mündliche Überprüfung. Richtig anzukreuzen und einen medizinischen Zusammenhang schlüssig zu erklären verlangt unterschiedliche Fähigkeiten. Begründete Fallbesprechungen mit fachlicher Korrektur sind deshalb ein konkreter Vergleichspunkt für die Vorbereitung.

Seminartermine unterschätzen. Impulse sieht zehn Seminare vor und bietet nur einen Teil davon online an. Klären Sie vor Vertragsschluss die verpflichtenden Termine, Orte und Teilnahmevoraussetzungen sowie die Regelung bei Krankheit oder beruflicher Verhinderung. So lässt sich der praktische Unterricht mit dem Arbeitsalltag abstimmen.

Monatsraten statt Gesamtpreise vergleichen. Bei Impulse verteilen sich die Gebühren auf 30 Monate, bei der digitalen Laudius-Variante auf 20 Raten. Zusätzlich unterscheiden sich die eingeschlossenen Leistungen. Ein gezieltes Prüfungstraining wie das von Isolde Richter ersetzt einen Grundlagenlehrgang nicht allein deshalb, weil es weniger Zeit oder Geld beansprucht.

Die Praxisgründung vor die Erlaubnis stellen. Nach dem Heilpraktikergesetz ist die behördliche Erlaubnis Voraussetzung für die heilkundliche Tätigkeit. Fachliche Eignung, Lernaufwand und Erlaubnisvoraussetzungen müssen daher feststehen, bevor Räume, Ausstattung oder weitere Spezialisierungen die Planung bestimmen.

Die besten Kurse im Vergleich

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Häufige Fragen

Ist eine Heilpraktiker-Ausbildung im Fernstudium möglich?

Ja, unter anderem ILS, Impulse und Laudius bieten Fernlehrgänge an. Je nach Schule ergänzen praktische Seminare das Lernen zu Hause; die Überprüfung und Erlaubnis durch die Behörde bleiben eigenständige Schritte.

Darf ich nach dem Kurs sofort eine Praxis eröffnen?

Ein Abschlusszeugnis Ihrer Schule reicht für die heilkundliche Berufsausübung nicht aus. Dafür benötigen Sie die Erlaubnis nach § 1 Heilpraktikergesetz, auch wenn Sie sämtliche Aufgaben und Prüfungen Ihrer Schule erfolgreich abgeschlossen haben.

Wie alt muss ich für die Heilpraktikererlaubnis sein?

Nach der Durchführungsverordnung müssen Sie das 25. Lebensjahr vollendet haben. Ein gegebenenfalls früher erlaubter Kursbeginn senkt dieses Mindestalter nicht; Ausbildungsende und Antragstermin können deshalb auseinanderliegen.

Welche Kosten kommen neben dem Lehrgang hinzu?

Laudius schließt die Gebühren des Gesundheitsamts ausdrücklich nicht in den Kurspreis ein. Je nach Unterrichtsort und Vorbereitung kommen außerdem Anreise, Unterkunft und separat gebuchte Zusatzkurse hinzu.

Reicht ein kurzes Prüfungstraining als Vorbereitung?

Das Angebot von Isolde Richter richtet sich ausdrücklich an Menschen kurz vor der Überprüfung. Es dient der gezielten Vorbereitung in dieser Phase; für einen fachlichen Neueinstieg ohne medizinische Grundlagen ist es daher kein Ersatz für eine Grundausbildung.

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Quellen