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7 Min. LesezeitAktualisiert am 6. Oktober 20266 Kurse im Vergleich
Auf dieser Seite · 9 Abschnitte7 Min. Lesezeit
  1. 01Was macht ein Immobilienmakler?
  2. 02Brauchen Sie eine Erlaubnis, Lizenz oder Prüfung?
  3. 03Schritt für Schritt: So werden Sie Immobilienmakler
  4. 04Dauer und Kosten
  5. 05Förderung: Bildungsgutschein, Aufstiegs-BAföG und Co.
  6. 06Anbieter im Überblick
  7. 07Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
  8. 08Die besten Kurse im Vergleich
  9. 09Häufige Fragen

Eine Immobilienmakler-Ausbildung vermittelt Fachwissen; die Erlaubnis für die selbstständige Vermittlung erteilt dagegen die zuständige Behörde. Für Ihren Einstieg sind daher zwei Entscheidungen zu trennen: Welche Kenntnisse fehlen Ihnen – und welche Voraussetzungen müssen Sie für die Erlaubnis nach § 34c GewO erfüllen?

Was macht ein Immobilienmakler?

Immobilienmakler vermitteln Verträge über Grundstücke, Wohnräume oder gewerbliche Räume beziehungsweise weisen eine Abschlussgelegenheit nach. So beschreibt § 34c Gewerbeordnung den Kern der erlaubnispflichtigen Tätigkeit. Die Weiterbildung behandelt dazu beispielsweise Maklerrecht, Immobilienbewertung, Finanzierung und die Gestaltung von Kundengesprächen.

Für einen strukturierten Einstieg ist ein Lehrgang mit konkreten Fallaufgaben empfehlenswert. ILS und Fernakademie verteilen ihren Stoff über zwölf Monate; die IHK Akademie München setzt auf sieben Pflichtseminare und einen Abschlusstest. Diese unterschiedlichen Modelle sind für den Lernalltag entscheidender als die bloße Verwendung des Wortes „Lizenz“.

Unser Urteil: Berufsbegleitend Lernende erhalten bei den beiden zwölfmonatigen Fernlehrgängen einen überschaubaren Rahmen für den Wissensaufbau. Wer einzelne Fachgebiete gezielt vertiefen möchte und Präsenztermine wahrnehmen kann, sollte die modulare IHK-Weiterbildung berücksichtigen. Keiner dieser Bildungswege ersetzt die gewerberechtliche Erlaubnis; unsere Methodik erklärt, weshalb wir diese Trennung bei der Bewertung besonders gewichten.

Brauchen Sie eine Erlaubnis, Lizenz oder Prüfung?

Für die selbstständige gewerbsmäßige Immobilienvermittlung ist grundsätzlich eine Erlaubnis nach § 34c Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 GewO notwendig. Die IHK Hannover erläutert dazu: Eine spezielle berufliche Qualifikation als Sachkundenachweis ist für diese Erlaubnis nicht vorgeschrieben. Ein Kurs ist fachlich hilfreich, aber keine gesetzlich verlangte Maklerausbildung.

Der umgangssprachliche „34c-Schein“ ist somit ein behördlicher Erlaubnisbescheid und kein Prüfungszeugnis einer Schule. § 34c nennt insbesondere die erforderliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse. Welche Stelle zuständig ist und welche Unterlagen sie benötigt, richtet sich nach dem Ort Ihrer geplanten Tätigkeit und der dortigen Zuständigkeitsregelung.

Ein IHK-Zertifikatslehrgang kann mit einem lehrgangsbezogenen Test enden. Das ist von einer öffentlich-rechtlichen Fortbildungsprüfung, etwa zum Immobilienfachwirt, zu unterscheiden. Bei GOING PUBLIC! ist das Bildungszentrum der IHK Frankfurt am Main als Bildungspartner genannt; die IHK Akademie München beschreibt einen Zertifikatsabschluss nach den Pflichtseminaren. Beide Bildungsnachweise sind von der §-34c-Erlaubnis getrennt zu betrachten.

Makler und Wohnimmobilienverwalter unterliegen außerdem einer Weiterbildungspflicht. § 34c Absatz 2a GewO sieht für die betroffenen Gewerbetreibenden und unmittelbar mitwirkenden Beschäftigten 20 Stunden innerhalb von drei Kalenderjahren vor. Für Personen, die beide Tätigkeiten ausüben, sind die jeweiligen Anforderungen gesondert zu berücksichtigen; ein allgemeiner Seminarname beantwortet die Zuordnungsfrage nicht.

§ 15b MaBV konkretisiert geeignete Weiterbildungsformen und Nachweise. Bei Selbststudium ist eine nachweisbare Lernerfolgskontrolle durch den Anbieter erforderlich. Reines Lesen eines Immobilienblogs ist deshalb nicht mit einem nachgewiesenen Weiterbildungskurs gleichzusetzen.

Auch die Vermittlung von Immobilienkrediten ist nicht einfach ein Zusatz zur Maklererlaubnis. § 34c grenzt Verträge im Sinne von § 34i ausdrücklich aus. Ein Immobilienkurs mit einem Kapitel „Finanzierung“ verleiht daher nicht automatisch die Erlaubnis, Immobiliar-Verbraucherdarlehen zu vermitteln.

Schritt für Schritt: So werden Sie Immobilienmakler

  1. Tätigkeitsbereich festlegen. Verkauf und Vermietung gehören zur Immobilienvermittlung; Wohnimmobilienverwaltung und Darlehensvermittlung berühren weitere Erlaubnistatbestände. Diese Abgrenzung bestimmt, welches Wissen und welche Erlaubnis Sie benötigen.
  2. Behördlichen Weg klären. Für Ihre §-34c-Erlaubnis sind Zuverlässigkeit, Vermögensverhältnisse und die geforderten Nachweise maßgeblich. Fragen Sie bei der örtlich zuständigen Stelle nach dem konkreten Verfahren, bevor Sie einen Kurs als vermeintliche Zulassungsvoraussetzung buchen.
  3. Lernlücken mit dem Lehrplan abgleichen. Die Münchner Pflichtseminare behandeln unter anderem Mietrecht, Finanzierung und Bewertung. Bei ILS und Fernakademie ist der Stoff in einen zusammenhängenden Fernlehrgang eingebettet; das bietet einen anderen Einstieg als ein einzelnes Rechtsseminar.
  4. Abschluss und Weiterbildung trennen. Ein IHK-Zertifikat belegt die im jeweiligen Lehrgang verlangten Leistungen. Für die gesetzliche Weiterbildung zählt dagegen, welche geeigneten Inhalte und Stunden der Anbieter tatsächlich bescheinigt.
  5. Kosten und Termine schriftlich vergleichen. Ein zwölfmonatiger Fernkurs, ein modularer Präsenzweg und ein Online-Programm mit 90-Tage-Konzept haben unterschiedliche Leistungen. Entscheidend ist der gesamte Weg einschließlich Abschlusstest, Reiseaufwand und behördlichem Verfahren.

Der Einstieg als angestellte Person unterscheidet sich von der eigenen Gewerbetätigkeit. Die Erlaubnisfrage betrifft den jeweiligen Gewerbetreibenden; die Weiterbildungspflicht kann auch unmittelbar mitwirkende Beschäftigte treffen. Deshalb gehören geplante Aufgaben und Beschäftigungsform zusammen in die rechtliche Klärung.

Dauer und Kosten

ILS nennt für den Immobilienmakler-Lehrgang zwölf Monate bei ungefähr acht Wochenstunden. Die Fernakademie nennt ebenfalls zwölf Monate, dort mit etwa acht bis zehn Wochenstunden und sechs Monaten kostenloser Verlängerung. GOING PUBLIC! stellt die Lernplattform sechs Monate bereit und veranschlagt für sämtliche Lerninhalte insgesamt rund 104 Stunden.

Die IHK Akademie München verfolgt einen modularen Ansatz: sieben Pflichtseminare sowie Vorbereitungsseminar und Abschlusstest. Für den vollständigen Abschluss steht laut Angebotsseite ein Zeitraum von höchstens drei Jahren zur Verfügung. Das ist eine organisatorische Obergrenze und keine Aussage darüber, dass jeder Durchgang drei Jahre Unterricht umfasst.

Zur Preistransparenz: Unter den sechs hier verlinkten Anbietern nennt die IHK Akademie München eindeutig zugeordnete Einzelpreise; die Seite von werde-immobilienmakler.de enthält widersprüchliche Preisangaben. Keine belastbare, einheitliche Gesamtpreisspanne ergibt sich aus diesen sechs Seiten. ILS verweist auf seine Preisanzeige beziehungsweise Unterlagen, die Fernakademie nennt auf der Kursseite keinen Gesamtbetrag; der verlinkte Akademie-Blog ist keine konkrete Kurskalkulation. Stand: Oktober 2026.

Bei der IHK Akademie München beginnen die beiden Grundlagenseminare jeweils bei 1.450 €, mehrere weitere Pflichtseminare bei 550 €. Für das Vorbereitungsseminar mit Abschlusstest nennt die Seite einen Einstiegspreis von 290 €. Diese Beträge sind einzelne Bestandteile: Der Preis des Abschlusstests ist offensichtlich nicht der Preis der vollständigen Immobilienmakler-Ausbildung.

Auf werde-immobilienmakler.de stehen einerseits 4.990 € einschließlich Mehrwertsteuer, andererseits „Auf Anfrage“. Diesen Widerspruch lösen wir nicht durch Auswahl des günstigeren oder auffälligeren Textabschnitts. Für eine Buchungsentscheidung benötigen Sie ein eindeutiges aktuelles Angebot mit benanntem Zertifikatsaussteller und Leistungsumfang.

Die Immobilien-Makler-Akademie erläutert in ihrem verlinkten Blog behördliche Gebühren und weitere Gründungskosten. Diese allgemeinen Angaben verwenden wir nicht als Lehrgangspreis und auch nicht als bundesweit geltende Erlaubnisgebühr. Die Gebühren Ihres Verfahrens müssen von der zuständigen Behörde stammen.

Förderung: Bildungsgutschein, Aufstiegs-BAföG und Co.

Ein Immobilienmakler-Zertifikat macht einen Kurs nicht automatisch förderfähig. Für einen Bildungsgutschein verlangt § 81 SGB III insbesondere die Beratung vor Beginn sowie die Förderzulassung von Träger und konkreter Maßnahme. Diese Bedingungen sind unabhängig davon, ob auf dem Zertifikat zusätzlich „IHK“ steht.

Die Bundesagentur für Arbeit entscheidet anhand Ihrer persönlichen Situation und des beruflichen Bildungsziels. Seit 2025 liegt die finanzielle Förderung auch für Jobcenter-Kundinnen und -Kunden bei der Agentur für Arbeit. Eine Kursrechnung nachträglich einzureichen ersetzt das vorherige Beratungs- und Bewilligungsverfahren nicht.

Aufstiegs-BAföG richtet sich nach den offiziellen Förderinformationen auf entsprechende berufliche Fortbildungsabschlüsse. Der hier behandelte Makler-Zertifikatskurs ist nicht mit einer Vorbereitung auf den Immobilienfachwirt gleichzusetzen. Für die aufgeführten Maklerangebote sprechen wir deshalb keine pauschale Aufstiegs-BAföG-Empfehlung aus.

Für bereits beschäftigte Makler kann eine betriebliche Finanzierung fachlich sinnvoll sein, weil Mietrecht, Bewertung und nachgewiesene Weiterbildung unmittelbar mit der Tätigkeit verbunden sind. Eine Kostenbeteiligung ist jedoch eine konkrete Vereinbarung mit dem Arbeitgeber und kein aus dem Kursnamen folgender Förderanspruch.

Anbieter im Überblick

Die sechs Einträge sind alphabetisch nach Anbieter geordnet. Sie zeigen unterschiedliche Lernwege; der Akademie-Blog wird ausdrücklich als Informationsangebot eingeordnet.

  • Fernakademie für Erwachsenenbildung: Der Immobilienmakler-Fernlehrgang umfasst zwölf Monate, 20 Studienhefte und Fallstudien. Er ist für einen zusammenhängenden Wissensaufbau neben dem Beruf angelegt.
  • GOING PUBLIC!: Der Online-Lehrgang Immobilienmakler (IHK) kombiniert Selbstlernmaterial und Online-Seminare mit einem zweiteiligen Abschlusstest. Als Bildungspartner ist das Bildungszentrum der IHK Frankfurt am Main genannt.
  • IHK Akademie München: Die Immobilienmakler-Weiterbildung besteht aus sieben Pflichtseminaren und dem Zertifikatsabschluss. Wahlseminare ermöglichen anschließend eine fachliche Vertiefung.
  • ILS: Der Immobilienmakler-Lehrgang nennt zwölf Monate und etwa acht Wochenstunden. Er unterscheidet sich damit organisatorisch vom modularen Münchner Präsenzangebot.
  • Immobilien-Makler-Akademie: Die Einordnung zur Immobilienmakler-Lizenz bezieht sich auf einen Blogbeitrag über Erlaubnis und Kosten. Ein konkret bepreister Ausbildungsgang wird dadurch nicht belegt.
  • werde-immobilienmakler.de: Das Online-Ausbildungsangebot wirbt mit einem 90-Tage-Konzept und nennt acht bis zwölf Wochenstunden. Wegen der widersprüchlichen Preistexte und der pauschalen Anerkennungswerbung sind schriftliche Vertragsangaben hier besonders wichtig.

Eine nicht an einen privaten Lehrgang gebundene Orientierung bieten die gewerberechtlichen Informationen der IHK Hannover. Dort lässt sich zuerst die Erlaubnisfrage klären, bevor Sie Bildungsangebote nach Umfang und Lernform vergleichen.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Den 34c-Schein kaufen wollen: Eine Schule vermittelt Wissen, die Behörde erteilt die Erlaubnis. Ein Zertifikat ist deshalb kein Ersatz für den Antrag und die persönlichen Voraussetzungen.

„IHK“ als staatliche Maklerprüfung verstehen: Die Münchner Weiterbildung endet mit einem Zertifikatstest. Der gesetzliche Zugang nach § 34c verlangt keinen solchen Test; beides hat einen unterschiedlichen Zweck.

Einzelpreise als Gesamtpreis lesen: 290 € betreffen in München das Vorbereitungsseminar mit Abschlusstest. Die sieben Pflichtseminare gehören zusätzlich zum vollständigen Bildungsweg.

Weiterbildungsstunden ungeprüft addieren: Für die MaBV sind geeignete Inhalte und nachvollziehbare Teilnahme- beziehungsweise Lernerfolgsnachweise maßgeblich. Prüfen Sie vor der Buchung, welche Stunden für Ihre konkrete Tätigkeit bescheinigt werden.

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Häufige Fragen

Ist eine Immobilienmakler-Ausbildung gesetzlich vorgeschrieben?

Für die Maklererlaubnis nach § 34c ist laut IHK Hannover kein spezieller beruflicher Sachkundenachweis erforderlich. Fachwissen und die laufende Weiterbildungspflicht bleiben davon getrennte Themen.

Was ist der 34c-Schein?

Gemeint ist üblicherweise die gewerberechtliche Erlaubnis für die beantragte Tätigkeit. Sie wird von der zuständigen Stelle erteilt, nicht durch einen Fernlehrgang erworben.

Wie lange dauert es, Immobilienmakler zu werden?

ILS und Fernakademie bieten jeweils zwölfmonatige Lehrgänge an; andere Formate arbeiten mit kürzeren oder modularen Zeitplänen. Die Bearbeitung des Erlaubnisantrags ist davon unabhängig.

Ist Immobilienmakler (IHK) ein Berufsabschluss wie Immobilienkaufmann?

Die hier beschriebenen IHK-Angebote sind Zertifikatsweiterbildungen. Ein solcher Kurs ist nicht mit einer vollständigen Berufsausbildung oder einer öffentlich-rechtlichen Fortbildungsprüfung gleichzusetzen.

Wie viele Weiterbildungsstunden sind erforderlich?

§ 34c Absatz 2a nennt für die betroffenen Tätigkeiten 20 Stunden in drei Kalenderjahren. § 15b MaBV regelt die Ausgestaltung und die Nachweise; entscheidend ist Ihre konkrete Tätigkeit.

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Quellen